Bogenschießen ist gar nicht so einfach

Deggenhausertal-Lellwangen – Vor rund 14 000 Jahren wurde das Bogenschießen erfunden – und hat offenbar nicht viel von seiner Attraktivität verloren. Eigentlich sollten maximal 15 Kinder am Mittwoch am Bogenbau und Bogenschießen in Lellwangen bei Familie Allgaier teilnehmen.

Die Kinder mit einigen Betreuerinnen sowie Albert und Cornelia Allgaier (hinten rechts), die ständig darauf achteten, dass kein Nachwuchsbogenschütze sich oder einem anderen einen Schaden zufügte. Alle hatten Spaß.

Es kamen über 25 zu der Aktion der Ferienspiele im Deggenhausertal.Für die Jüngeren ging es erst einmal an das Bogenbauen. Albert Allgaier zeigte, wie es geht. Gerade Haselnuss-Stöcke wurden zurechtgeschnitzt und mit einem Schilfseil gespannt. Sie stammten übrigens von Hugo Rist, der eine Haselnussplantage in Roggenbeuren betreibt. Die Pfeile wurden mit einer stumpfen, weichen Holunderspitze versehen. Die älteren Kinder konnten derweil schon auf dem Übungsplatz mit richtigen Bögen üben und stellten sich dabei gar nicht schlecht an. An den Bögen gibt es allerdings keine Zieleinrichtung. „Nicht versuchen zu zielen“, meinte denn auch Cornelia Allgaier, „sondern nach Gefühl schießen“. Das funktionierte mit etwas Hilfestellung bei den meisten ziemlich gut für das erste Mal. Denn ganz so einfach, wie sich der Laie das vorstellt, ist es nicht. Ein Armschutz und ein Handschuh mussten angelegt werden. Schnell gerät der Pfeil „auf die schiefe Bahn“, wenn er nicht richtig an den Bogen gelegt wird, die Körperhaltung und die Spannung nicht stimmt oder der Pfeil durch die eigenen Finger unbeabsichtigt in der Flugbahn abgelenkt wird. Nach erfolgreicher Übung durften die Älteren dann auf den Bogenparcours – immer begleitet von mindestens einer bzw. einem der insgesamt acht Helfer.
Mit dem Treffen der Ziele taten sich besonders die Jüngeren mit ihren selbstgemachten Bögen auf dem Übungsplatz schwer. Das hinderte aber keines der Kinder daran, nicht mit Feuereifer dabei zu sein und es immer wieder zu probieren. Nur Balu, der Jack Russel-Mischling der Familie Allgaier sorgte für etwas verlängerte Pausen, da er beim Pfeile holen immer mit zu den Zielen lief, aber mit wenig Begeisterung wieder weg. Zwischendrin gab es für alle Kinder immer wieder Getränke, denn es war brütend heiß. Nichtsdestotrotz machte es einen Riesenspaß und manch ein kleiner Mann fühlte sich mit Bogen gar unbesiegbar – Robin Hood hat’s vorgemacht.